

Abstrakte Kunst nimmt sich die Freiheit, einfach zu sein. Ob sie den Betrachter provoziert, zur Ruhe führt oder verunsichert, am Ende hält sie ihm unmissverständlich den Spiegel seiner eigenen Emotionen vor.
Die Fähigkeit der Abstraktion, über Form, Farbe und Linie direkt mit unserem Unterbewusstsein zu kommunizieren, macht sie zu einer der ehrlichsten Kunstformen überhaupt. Sie verlangt keine Interpretation von Objekten, sondern die Auseinandersetzung mit dem Selbst. Sie ist nicht nur ein Bild an der Wand, sondern eine unendliche Konversation mit der Seele.
Ohne narrativen Anker muss der Betrachter selbst zum Schöpfer der Bedeutung werden.
Diese Konversation beginnt genau dort, wo das Gegenständliche endet. Eine vibrierende rote Fläche kann Wut, Leidenschaft oder schlicht pure Energie bedeuten – die endgültige Definition liegt nicht im Pinselstrich des Künstlers, sondern in der aktuellen inneren Verfassung des Rezipienten. Die Linien, die sich kreuzen oder fließen, werden zu visuellen Analogien für die eigenen Konflikte oder Harmonien. In ihrer Essenz ist die abstrakte Kunst somit eine demokratische Kunstform, die der Autorität der Vernunft die Intuition des Gefühls entgegensetzt und den Dialog mit dem tiefsten Inneren stets neu initiiert.
Damit wird das Werk zur Projektionsfläche, die in jeder Lebensphase und bei jedem neuen Blick eine andere Wahrheit über uns selbst enthüllt.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen nun viel Spass beim Lesen meiner Website!




