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Abstraktes Malen beginnt dort, wo Sprache zurücktritt. Für mich ist es ein unmittelbarer, körperlicher und emotionaler Prozess – ein Wahrnehmen, Reagieren und Verdichten. Farbe, Geste, Rhythmus und Oberfläche entstehen nicht aus einer vorgegebenen Geschichte, sondern aus dem Moment selbst. Das Bild wird zu einem Raum, in dem sich Empfindungen bewegen dürfen, ohne benannt oder erklärt werden zu müssen.
Dabei geht es nicht darum, eine bestimmte Emotion abzubilden. Vielmehr entsteht im Malen ein Zustand, in dem Gefühle sichtbar werden können, ohne auf eine eindeutige Bedeutung festgelegt zu sein. Jede Spur, jede Überlagerung, jede Spannung zwischen Farbe und Form trägt etwas von diesem unmittelbaren Erleben in sich – und bleibt dennoch offen.
Diese Offenheit ist ein wesentlicher Teil der Arbeit. Das Werk möchte nichts erzählen und keine bestimmte Wahrnehmung vorgeben. Es bietet einen Resonanzraum an. Was darin sichtbar, spürbar oder vielleicht auch irritierend wird, entsteht ebenso im Auge und in der Empfindung des Betrachters.
Das Bild gehört nicht allein dem Moment seiner Entstehung. Im Betrachten beginnt es sich erneut zu verändern – durch das, was jeder Einzelne mitbringt. Die eigene Emotion darf darin ihren Platz finden.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen nun viel Spass beim Lesen meiner Website!
Matthias Riecker
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