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WO STAHL AUF MEER TRIFFT - CHILLIDAS WINDKÄMME

  • 30. Juni
  • 1 Min. Lesezeit

Kann man den Wind kämmen oder das Meer greifen? An der Westspitze der Bucht von San Sebastián antwortet Eduardo Chillidas (1924–2002) Peine del Viento („Windkämme“) mit einer eindrucksvollen künstlerischen Geste. Drei jeweils rund zwölf Tonnen schwere Skulpturen aus wetterfestem Stahl sind tief in den Felsen verankert und treten unmittelbar mit Wind, Wellen und Gezeiten in Beziehung. Das Werk verändert sich mit jeder Wetterlage und macht die Natur selbst zu seinem wichtigsten Mitgestalter.


Chillida, einer der bedeutendsten europäischen Bildhauer des 20. Jahrhunderts und seiner baskischen Heimat eng verbunden, verstand Skulptur als Gestaltung von Raum. Nicht allein die Stahlkörper, sondern ebenso die Leerräume zwischen ihnen und ihre Einbindung in die Landschaft bestimmen die Wirkung des Ensembles.


Seine Bewunderung für die Schmiedekunst prägte die kraftvolle Formensprache der monumentalen Plastiken. Die geschmiedeten und gebogenen Stahlformen erscheinen archaisch und elementar, zugleich reagieren sie sensibel auf ihre Umgebung. In der Konfrontation mit den Kräften des Atlantiks entsteht kein Gegensatz von Kunst und Natur, sondern ein dauernder Dialog. Peine del Viento zählt heute zu den bedeutendsten Beispielen ortsbezogener Skulptur des 20. Jahrhunderts und ist zu einem Wahrzeichen San Sebastiáns geworden.



 
 
 

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